Doppelstegplatten: Schneelast & Statik-Rechner
Dach & Bedachung

Doppelstegplatten: Schneelast & Statik-Rechner

Doppelstegplatten: Schneelast-Rechner & Statik-Vorprüfung

Doppelstegplatten werden häufig für Terrassenüberdachungen, Carports, Gewächshäuser und lichtdurchlässige Vordächer verwendet. Sie besitzen ein geringes Eigengewicht und lassen viel Tageslicht durch. Trotzdem müssen die Platten, Verlegeprofile und die gesamte Unterkonstruktion hohe Belastungen durch Schnee und Wind sicher aufnehmen.

Besonders wichtig ist die Doppelstegplatten Schneelast. Eine Angabe wie „16 mm Doppelstegplatte“ reicht nicht aus, um die Tragfähigkeit eines Dachs zuverlässig zu beurteilen. Entscheidend sind außerdem der genaue Plattenaufbau, die Plattenbreite, die freie Spannweite, die Auflagertiefe, das Profilsystem und die örtlich anzusetzende Schneelast.

Der folgende Schneelast-Rechner für Doppelstegplatten berechnet eine überschlägige charakteristische Dachschneelast. Er dient ausschließlich der Vorbemessung und ersetzt weder die Belastungstabellen des Plattenherstellers noch einen statischen Nachweis.

Kurzantwort: Wie viel Schneelast halten Doppelstegplatten aus?

Für Doppelstegplatten gibt es keinen allgemeingültigen Schneelastwert. Zwei Polycarbonatplatten mit gleicher Dicke können aufgrund unterschiedlicher Kammergeometrien, Wandstärken und Verstärkungen deutlich verschiedene Tragfähigkeiten besitzen.

Auch die Plattenbreite und der Abstand der unterstützenden Profile beeinflussen die mögliche Belastung. Deshalb muss die zulässige Doppelstegplatten Spannweite immer anhand der produktspezifischen Belastungstabelle geprüft werden.

Wichtig: Der Rechner bestimmt eine überschlägige charakteristische Dachschneelast ohne Teilsicherheitsbeiwerte und ohne vollständige Lastkombinationen. Ob Platte, Profile und Unterkonstruktion diese Einwirkung aufnehmen können, muss anhand der produktspezifischen Unterlagen und – falls erforderlich – durch eine qualifizierte Tragwerksplanung geprüft werden.

Doppelstegplatten-Schneelast-Rechner zur Vorbemessung

Für die überschlägige Berechnung werden die charakteristische Bodenschneelast sk, der Formbeiwert μi, der Expositionsbeiwert Ce und der Temperaturbeiwert Ct benötigt. Die Formel liefert die charakteristische Schneelast auf dem Dach, jedoch noch keine vollständige Bemessungslast.

EingabewertFunktion
Bodenschneelast skStandortwert in Abhängigkeit von Schneelastzone, Gemeinde und Höhenlage.
Formbeiwert μiBerücksichtigt Dachform, Dachneigung und die maßgebende Lastanordnung.
Expositionsbeiwert CeBerücksichtigt die Exposition des Bauwerks gegenüber Wind und Gelände.
Temperaturbeiwert CtBerücksichtigt besondere thermische Einflüsse auf die Schneedecke.
s = μi × Ce × Ct × sk Charakteristische Dachschneelast – keine vollständige Bemessungslast

Interaktiver Schneelast-Rechner

Überschlägige Vorberechnung für einfache Eingabesituationen. Sonderfälle und Lastkombinationen sind nicht vollständig enthalten.

Eingaben

Ergebnisse

Charakteristische Dachschneelast0,80 kN/m²
Vergleichbare Gewichtskraft81,58 kg/m²
Horizontale Projektionsfläche15,00
Charakteristische Gesamtlast12,00 kN
Vergleichbare Gesamtgewichtskraft1.223,66 kg
Überschlägige Linienlast0,80 kN/m
s = μi × Ce × Ct × sk
Hinweis: Das Ergebnis ist nur eine überschlägige Vorbemessung und kann von der tatsächlichen statischen Belastung abweichen. Für ein genaues und belastbares Ergebnis lassen Sie die Konstruktion bitte von einer qualifizierten Architektin, einem qualifizierten Architekten oder einer Tragwerksplanerin beziehungsweise einem Tragwerksplaner prüfen.

Symbolische Dach-Simulation

Die dargestellte Schneeschicht ist keine berechnete Schneehöhe und nicht maßstabsgetreu.

CHARAKTERISTISCHE LAST0,80 kN/m²81,58 kg/m² Projektionsfläche15,00 m²Vergleichbare Gesamtlast1.223,66 kg Symbolische Schneeschicht – keine berechnete Schneehöhe und kein statischer Nachweis.

Grenzen des Rechners: Nicht vollständig berücksichtigt werden unter anderem Teilsicherheitsbeiwerte, Eigengewicht, Winddruck und Windsog, Lastkombinationen, ungleichmäßige Schneelast, Verwehungen, Höhensprünge, Schneeabrutsch von höheren Dächern sowie die konkrete Tragfähigkeit der Platten, Profile, Anschlüsse und Fundamente.

Beispiel: Schneelast für eine Terrassenüberdachung berechnen

Angenommen, für den Standort wurde eine charakteristische Bodenschneelast von 1,00 kN/m² ermittelt.

Berechnungswert Beispielwert
Bodenschneelast sk 1,00 kN/m²
Formbeiwert μi 0,80
Expositionsbeiwert Ce 1,00
Temperaturbeiwert Ct 1,00
Charakteristische Dachschneelast 0,80 kN/m²
Ungefähre Gewichtskraft ca. 82 kg/m²
0,80 × 1,00 × 1,00 × 1,00 = 0,80 kN/m² Das entspricht einer vergleichbaren Gewichtskraft von ungefähr 82 Kilogramm pro Quadratmeter.

Eine Flächenlast von 1 kN/m² entspricht einer vergleichbaren Gewichtskraft von ungefähr 101,97 kg/m². Für eine grobe Orientierung wird häufig mit rund 100 kg je kN/m² gerechnet.

Diese Umrechnung beschreibt lediglich die vergleichbare Gewichtskraft. Für den statischen Nachweis müssen zusätzlich Lastkombinationen, Sicherheitsbeiwerte, Windlasten und die Tragfähigkeit aller Bauteile berücksichtigt werden.

Schneelast des gesamten Dachs berechnen

Um die auf der gesamten Überdachung wirkende charakteristische Schneelast abzuschätzen, wird die Dachschneelast mit der horizontal projizierten Dachfläche multipliziert. Bei einem geneigten Dach darf dafür nicht ungeprüft die tatsächliche Plattenlänge verwendet werden.

Charakteristische Gesamtlast = Dachschneelast × horizontale Projektionsfläche

Berechnungsbeispiel

Eine Terrassenüberdachung ist 5 Meter breit und 3 Meter tief.

  • Horizontale Projektionsfläche: 5 m × 3 m = 15 m²
  • Dachschneelast: 0,80 kN/m²
  • Gesamtlast: 15 m² × 0,80 kN/m² = 12,00 kN
  • Ungefähre Gewichtskraft: rund 1.220 Kilogramm

Diese charakteristische Gesamtlast verteilt sich nicht automatisch gleichmäßig auf jeden Sparren, Pfosten und Anschluss. Die Lastweiterleitung durch Platten, Profile, Pfetten, Sparren, Wandanschluss und Fundamente muss gesondert geprüft werden.

Last auf Sparren oder Querpfetten berechnen

Für eine erste Orientierung kann die Flächenlast in eine Linienlast umgerechnet werden.

Linienlast = Flächenlast × Einflussbreite

Beträgt die Dachschneelast beispielsweise 0,80 kN/m² und stehen die unterstützenden Querpfetten im Abstand von 1,00 Meter, ergibt sich überschlägig:

0,80 kN/m² × 1,00 m = 0,80 kN/m

Bei einem Pfettenabstand von 0,70 Meter ergibt sich:

0,80 kN/m² × 0,70 m = 0,56 kN/m

Diese vereinfachte Umrechnung zeigt nur, welche charakteristische Linienlast einem Bauteil rechnerisch zugeordnet wird. Ob der Balken diese Last tragen kann, hängt unter anderem von Holzart, Querschnitt, Spannweite, Lagerung und Verbindungsmitteln ab.

Schneelastzone und Höhenlage bestimmen

Deutschland ist in unterschiedliche Schneelastbereiche eingeteilt. Die Zuordnung eines Standorts erfolgt nicht allein nach dem Bundesland. Auch Landkreis, Gemeinde, besondere regionale Zuordnungen und die Höhenlage über dem Meeresspiegel können den anzusetzenden Wert beeinflussen. Die offiziellen Zuordnungsdaten werden vom Deutschen Institut für Bautechnik zentral veröffentlicht.

Für eine korrekte Berechnung der Schneelast Terrassendach müssen die am konkreten Standort geltenden technischen Baubestimmungen berücksichtigt werden.

Benötigte Standortdaten

Standortangabe Warum sie wichtig ist
Postleitzahl oder Gemeinde Ermittlung der Schneelastzone.
Landkreis Verwaltungsrechtliche Zuordnung.
Höhe über Normalhöhennull Die Bodenschneelast steigt häufig mit der Höhenlage.
Lage des Gebäudes Unterscheidung zwischen freier, normaler oder geschützter Lage.
Dachform Beeinflusst Schneeablagerungen und Lastverteilung.
Dachneigung Beeinflusst den Formbeiwert.
Angrenzende Gebäude Können Schneeverwehungen und lokale Mehrbelastungen verursachen.

Warum die Plattendicke allein nicht ausreicht

Viele Käufer suchen nach einfachen Angaben wie:

  • Schneelast einer 10-mm-Doppelstegplatte
  • Doppelstegplatten 16 mm Schneelast
  • Schneelast einer 25-mm-Stegplatte
  • Schneelast einer 32-mm-Stegplatte

Die Nenndicke allein sagt jedoch nicht zuverlässig aus, welcher Auflagerabstand zulässig ist. Die Polycarbonatplatten Tragfähigkeit hängt von mehreren konstruktiven Eigenschaften ab.

Weitere entscheidende Faktoren

Faktor Einfluss auf die Tragfähigkeit
Kammerstruktur Mehrfach- und X-Strukturen können andere Steifigkeiten besitzen.
Wandstärken Dickere Innen- und Außenwände können die Belastbarkeit erhöhen.
Plattenbreite Breitere Platten können sich bei gleicher Last stärker verformen.
Freie Spannweite Größere Abstände erhöhen Biegung und Durchbiegung.
Auflagertiefe Eine zu geringe Auflage reduziert die sichere Lastaufnahme.
Profilsystem Stabile Profile können die gesamte Konstruktion unterstützen.
Befestigung Falsche oder zu schwache Verbindungen gefährden das System.
Temperaturausdehnung Polycarbonat muss sich innerhalb der Profile bewegen können.

Herstellerdiagramme zeigen deshalb die zulässige freie Spannweite in Abhängigkeit vom konkreten Plattentyp, der Plattenbreite und der einwirkenden Last. Reicht die zulässige Spannweite nicht aus, muss entweder ein tragfähigerer Plattentyp, eine geringere Plattenbreite oder eine zusätzliche Unterstützung gewählt werden.

Typische Plattenstärken im Vergleich

Plattenstärke Häufige Verwendung Was geprüft werden muss
6–10 mm Gewächshäuser und kleine Überdachungen Enge Unterstützung und Herstellerfreigabe
16 mm Terrassenüberdachungen und Carports Plattenstruktur, Breite und Belastungstabelle
25 mm Größere oder wärmedämmendere Überdachungen Systemprofile und zulässige Spannweite
32 mm Hochwertige Dach- und Fassadensysteme Gesamtstatik und passendes Profilsystem
40 mm und stärker Spezielle Verglasungs- und Fassadensysteme Systemgebundene Planung erforderlich

Wichtig: Eine dickere Platte ist nicht automatisch für jeden größeren Sparrenabstand geeignet. Der genaue Plattentyp muss in der Belastungstabelle eindeutig identifizierbar sein.

Zulässige Spannweite der Doppelstegplatten bestimmen

Die zulässige Spannweite ist der freie Abstand zwischen zwei tragenden Auflagern. Zur Bestimmung gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Dachschneelast ermitteln
    Berechnen oder lassen Sie die charakteristische Schneelast für den konkreten Standort bestimmen.
  2. Windlast berücksichtigen
    Eine Terrassenüberdachung wird nicht nur nach unten belastet. Wind kann Druck- und Sogkräfte erzeugen und Platten oder Profile nach oben aus ihren Halterungen ziehen.
  3. Exakten Plattentyp festlegen
    Notieren Sie Hersteller, Produktbezeichnung, Plattenstärke, Kammerstruktur, Plattenbreite und das verwendete Profilsystem.
  4. Belastungsdiagramm lesen
    Suchen Sie im technischen Datenblatt die errechnete Flächenlast in kN/m² und lesen Sie den zulässigen freien Auflagerabstand ab.
  5. Unterkonstruktion anpassen
    Ist der vorhandene Abstand zu groß, können zusätzliche Querpfetten, ein kleinerer Sparrenabstand, schmalere Platten oder ein tragfähigerer Plattentyp erforderlich sein.
  6. Gesamtkonstruktion prüfen
    Auch wenn die Platte ausreichend tragfähig ist, können Sparren, Pfetten, Pfosten, Wandanschlüsse oder Fundamente zu schwach sein.

Welche Rolle spielt die Dachneigung?

Die Dachneigung darf nicht pauschal als prozentualer Abzug von der Schneelast behandelt werden. Maßgebend ist der passende Formbeiwert für die konkrete Dachform und Lastanordnung.

Die Dachneigung beeinflusst den Wasserablauf und kann Auswirkungen auf die Verteilung der Schneelast haben. Bei typischen flach geneigten Terrassenüberdachungen darf jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass Schnee automatisch vollständig abrutscht.

Schnee kann anfrieren, verweht werden oder sich an Wandanschlüssen und Dachkanten ansammeln. Eine ausreichende Dachneigung bleibt dennoch wichtig, damit Regen- und Schmelzwasser sicher in Richtung Dachrinne ablaufen.

Entwässerung der Terrassenüberdachung planen

Schmelzender Schnee kann innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen erzeugen. Deshalb müssen Dachrinne, Ablauf und Fallrohr ausreichend dimensioniert sein.

Das Abschlussprofil der Doppelstegplatten sollte das Wasser sauber in die Rinne leiten. Gleichzeitig dürfen geschlossene Kammern, Dichtbänder und Tropfkanten nicht so ausgeführt werden, dass Wasser in die Plattenkanäle gelangt.

Schneeanhäufungen sind besonders kritisch

Die Schneelast liegt nicht auf jedem Dach gleichmäßig verteilt. Besonders hohe lokale Belastungen können entstehen:

  • vor einer höheren Hauswand,
  • hinter einem Dachaufbau,
  • an einem Höhensprung,
  • zwischen zwei unterschiedlich hohen Dächern,
  • in windgeschützten Ecken,
  • an Schneeabrutschbereichen eines höheren Dachs,
  • bei Verwehungen,
  • an Dachrinnen und Schneefangsystemen.

Bei mehreren Dachflächen muss die ungünstigste Belastungssituation untersucht werden. Ein einfacher Online-Rechner kann solche Sonderfälle nicht zuverlässig abbilden.

Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium?

Holzunterkonstruktion

Vorteile:

  • einfach zu bearbeiten,
  • individuelle Abmessungen möglich,
  • optisch passend zu vielen Terrassen,
  • Reparaturen und Anpassungen meist unkompliziert.

Zu prüfen sind Holzart, Querschnitt, Spannweite, Holzfeuchte, Witterungsschutz und die Verbindung der einzelnen Bauteile.

Aluminiumunterkonstruktion

Vorteile:

  • formstabil,
  • geringes Eigengewicht,
  • korrosionsbeständig,
  • passend zu vielen Systemprofilen,
  • schlanke Konstruktionen möglich.

Wandstärke, Legierung, Profilgeometrie, Spannweite und Anschlüsse bestimmen die tatsächliche Tragfähigkeit.

Tragfähigkeit des Wandanschlusses

Bei einer an das Gebäude angeschlossenen Terrassenüberdachung wird ein Teil der Last über den Wandanschluss in das Gebäude eingeleitet.

Dabei muss geprüft werden:

  • Aus welchem Baustoff besteht die Wand?
  • Befindet sich ein Wärmedämmverbundsystem vor dem tragenden Untergrund?
  • Welche Dübel oder Anker sind zugelassen?
  • Wie groß sind Rand- und Achsabstände?
  • Kann die Wand Druck-, Zug- und Querkräfte aufnehmen?
  • Ist der Anschluss dauerhaft wasserdicht?

Eine Befestigung ausschließlich in Dämmstoff, Putz oder einer nicht tragenden Fassadenschicht ist für die Lastaufnahme nicht ausreichend.

Tragfähigkeit der Fundamente

Die Pfosten einer Terrassenüberdachung leiten die Dachlast in die Fundamente und anschließend in den Boden weiter.

Die Fundamente müssen unter anderem aufnehmen:

  • Eigengewicht der Konstruktion,
  • Schneelast,
  • Winddruck,
  • Windsog,
  • horizontale Kräfte,
  • mögliche Hebelwirkungen,
  • Frostbeanspruchung.

Ein ausreichend starkes Dachprofil hilft nicht, wenn Pfostenanker oder Fundamente unterdimensioniert sind.

Häufige Fehler bei Doppelstegplatten und Schneelast

  1. Nur die Plattenstärke betrachten: „16 mm“ beschreibt lediglich die Plattendicke und ist keine verbindliche Tragfähigkeitsangabe.
  2. Schneelastzone ohne Höhenlage verwenden: Innerhalb derselben Schneelastzone können sich unterschiedliche Belastungen ergeben.
  3. Plattenbreite ignorieren: Ein Wert für eine schmale Platte darf nicht automatisch auf eine breitere Platte übertragen werden.
  4. Den Sparrenabstand schätzen: Ein optisch passender Abstand ist kein statischer Nachweis.
  5. Nur die Platte prüfen: Auch Profile, Querpfetten, Sparren, Pfosten, Befestigungen und Fundamente müssen ausreichend tragfähig sein.
  6. Windlast vergessen: Wind kann Platten und Profile durch Sog nach oben belasten.
  7. Schnee vom höheren Dach übersehen: Abrutschender Schnee kann deutlich höhere lokale Belastungen erzeugen.
  8. Herstellerangaben verschiedener Produkte mischen: Belastungstabellen gelten nur für das genannte Produkt und die beschriebenen Einbaubedingungen.
  9. Auflagertiefe reduzieren: Eine geringere Auflage kann die zulässige Spannweite reduzieren.
  10. Den Rechner als statischen Nachweis verwenden: Ein Online-Rechner dient nur der Vorplanung.

Checkliste für eine schneesichere Überdachung

Prüffrage Erledigt
Wurde die Schneelastzone des Standorts ermittelt?
Ist die genaue Höhenlage bekannt?
Wurde die Dachform berücksichtigt?
Sind mögliche Schneeverwehungen bekannt?
Wurde die Windlast geprüft?
Ist der genaue Plattentyp festgelegt?
Liegt eine Belastungs- oder Spannweitentabelle vor?
Stimmt die Plattenbreite mit der Tabelle überein?
Ist die freie Spannweite zulässig?
Sind Profile und Auflagertiefen systemgerecht?
Wurden Sparren und Pfetten geprüft?
Sind Wandanschluss und Befestigungen ausreichend?
Sind Pfosten und Fundamente tragfähig?
Ist die Dachentwässerung geplant?
Wurde bei Unsicherheit ein Statiker hinzugezogen?

Wann ist ein Statiker erforderlich?

Eine fachliche Prüfung ist besonders empfehlenswert, wenn:

  • die Überdachung eine große Spannweite besitzt,
  • der Standort in einer höheren Schneelastregion liegt,
  • das Grundstück deutlich über dem regionalen Durchschnitt liegt,
  • Schnee von einem höheren Dach abrutschen kann,
  • die Konstruktion an einem bestehenden Gebäude befestigt wird,
  • wenige Pfosten vorgesehen sind,
  • ein auskragendes Dach geplant wird,
  • ungewöhnlich große Sparrenabstände gewünscht sind,
  • keine eindeutige Belastungstabelle vorhanden ist,
  • Fundamente oder Wandanschlüsse unklar sind.

Bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben können je nach Bundesland und Projekt weitere Nachweise erforderlich sein.

Fazit: Schneelast und Spannweite immer gemeinsam prüfen

Die Doppelstegplatten Schneelast lässt sich nicht allein anhand der Plattendicke bestimmen. Für eine sichere Planung müssen zuerst die örtliche Bodenschneelast, Dachform, Dachneigung und besondere Schneeanhäufungen berücksichtigt werden.

Anschließend wird die errechnete Dachlast mit der produktspezifischen Belastungstabelle verglichen. Entscheidend sind:

  • der genaue Plattentyp,
  • die Plattenbreite,
  • die freie Spannweite,
  • die Auflagertiefe,
  • das Profilsystem,
  • die Stegplatten Unterkonstruktion,
  • Wandanschlüsse,
  • Pfosten und Fundamente,
  • Schnee- und Windlast.

Der Rechner eignet sich ausschließlich für eine erste Vorbemessung der charakteristischen Einwirkung. Er ersetzt keine Herstellerfreigabe, keine vollständige Lastkombination und keinen statischen Nachweis.

FAQ: Doppelstegplatten, Schneelast und Statik

Wie viel Schneelast hält eine 16-mm-Doppelstegplatte aus?

Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Wert. Die Tragfähigkeit hängt vom Hersteller, der Kammerstruktur, Plattenbreite, freien Spannweite, Auflagertiefe und dem verwendeten Profilsystem ab. Maßgeblich ist die Belastungstabelle des konkreten Produkts.

Welcher Sparrenabstand ist bei 16-mm-Doppelstegplatten erlaubt?

Der zulässige Sparrenabstand bei Doppelstegplatten ist produktabhängig. Er muss anhand der örtlichen Dachlast und des technischen Belastungsdiagramms bestimmt werden.

Was bedeutet eine Schneelast von 1 kN/m²?

Eine Flächenlast von 1 kN/m² entspricht einer vergleichbaren Gewichtskraft von ungefähr 101,97 Kilogramm pro Quadratmeter. Für eine einfache Orientierung wird häufig mit rund 100 Kilogramm pro Quadratmeter gerechnet.

Ist eine 25-mm-Platte automatisch tragfähiger als eine 16-mm-Platte?

Häufig besitzen stärkere oder komplexer aufgebaute Platten eine höhere Steifigkeit. Eine pauschale Aussage ist dennoch nicht möglich, weil die innere Kammerstruktur und die Wandstärken erheblichen Einfluss haben.

Welche Schneelastzone gilt für meinen Wohnort?

Die Zuordnung erfolgt anhand der Gemeinde beziehungsweise der Verwaltungsgrenzen. Zusätzlich muss die Höhenlage berücksichtigt werden.

Muss bei einer Terrassenüberdachung auch die Windlast berechnet werden?

Ja. Wind erzeugt nicht nur Druck, sondern kann auch Sogkräfte verursachen. Dadurch werden Platten, Profile, Schrauben, Wandanschlüsse und Fundamente nach oben belastet.

Kann ich den Sparrenabstand einfach verkleinern?

Ein geringerer Abstand kann die freie Spannweite der Platte reduzieren und dadurch die Belastbarkeit verbessern. Trotzdem müssen auch Sparrenquerschnitt, Verlegeprofile und Befestigungen zum System passen.

Muss Schnee von Doppelstegplatten entfernt werden?

Ein ordnungsgemäß geplantes Dach muss die angesetzten Schneelasten tragen können. Bei außergewöhnlich hohen Schneeansammlungen sollte das Dach nicht ungesichert betreten werden. Eine erforderliche Schneeräumung muss materialschonend und sicher erfolgen.

Sind Doppelstegplatten begehbar?

Doppelstegplatten sollten nicht direkt betreten werden. Für Montage- oder Wartungsarbeiten sind geeignete lastverteilende Laufbohlen und Sicherungsmaßnahmen nach Herstellerangaben erforderlich.

Welche Dachneigung ist für Doppelstegplatten sinnvoll?

Die notwendige Mindestneigung richtet sich nach dem verwendeten Platten- und Profilsystem. Eine ausreichende Neigung ist wichtig, damit Regen- und Schmelzwasser zuverlässig ablaufen.

Reicht der Schneelast-Rechner für die Baugenehmigung?

Nein. Der Rechner liefert nur die überschlägige charakteristische Schneelast für eine Vorbemessung. Ein erforderlicher Standsicherheitsnachweis und die vollständigen Lastkombinationen müssen von einer entsprechend qualifizierten Person erstellt werden.

Warum darf ich keine Belastungstabelle eines anderen Herstellers verwenden?

Die Tabellen basieren auf dem jeweiligen Materialaufbau, den Abmessungen und den geprüften Einbaubedingungen. Werte eines anderen Produkts sind deshalb nicht übertragbar.

Technische Grundlagen und weiterführende Quellen

Für eine konkrete Planung sind die am Bauort eingeführten Technischen Baubestimmungen und die produktspezifischen Belastungstabellen maßgebend. Die folgenden Quellen helfen bei der Einordnung:

Quellen-Hinweis: Frei zugängliche Online-Rechner sind Orientierungshilfen. Verbindlich sind die am Standort geltenden bauaufsichtlichen Regelungen, die normgerechte Lastannahme und die technische Dokumentation des verwendeten Plattensystems.

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